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La voix humaine – Opernhappening

Performance: 

11. 8. – 14. 8. 22

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15 Buchstaben – 101 Wörter

Kunst im öffentlichen Raum:

10. 12. 20 – 31. 12. 22, jeweils ab Dämmerung an der Fassade über der Galerie

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La voix humaine – Opernhappening

Performance:

11. 8. – 14. 8. 22

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Paradice

Konzert:

Fr 15. 7. 22, 20 Uhr (neuer Termin!)

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Wessen Stimme zählt?

Diskussion:

Mi 25. 5. 22, 19 Uhr

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MITbeSTIMMEn

Künstler*innengespräch:

Do 19. 5. 22, 19 Uhr

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Don’t Call It Art!

Buchvorstellung, Gespräch:

Mi 11. 5. 22, 19 Uhr

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MITbeSTIMMEn

Kurator*innenrundgang:

Mi 4. 5. 22, 18 Uhr

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The Tattoo

Performance:

Mi 27. 4. 22, 19 Uhr

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Supermarkt – Supermacht

Finissage, Performance:

Fr 1. 4. 22, 18 Uhr

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artbook.berlin nord

Buchmesse:

25. – 27. 3. 22

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Mit:
Sibylle Fischer (Gesang), Rafał Dziemidok (Performance), Markus Zugehör (Pianist)
Inga Levant (Inszenierung), Dragan Matić (Raum), Petra Korink (Kostüme)

Aufführungen:
Do 11. August, 19.30 Uhr
Sa 13. August, 19.30 Uhr
So 14. August, 18 Uhr

Dauer: 60 Min.
max. 40 Besucher:innen, Reservierung per E-Mail erwünscht.

La Voix humaine ist eine Mono-Oper des französischen Komponisten Francis Poulenc, komponiert nach einem 1930 erschienenen Theaterstück von Jean Cocteau. Erstmals in der Opernliteratur wird hier die Entkoppelung der menschlichen Stimme vom räumlichen Bezugsystem der Singenden und Hörenden behandelt.

Allô, tu es là? Hallo, bist du da? … fragt eine weibliche Stimme und beginnt einen Mono-Dialog mit einer unsichtbaren Person, die niemals in Erscheinung tritt: ihrem ehemaligen Geliebten. Sie spricht mit ihm am Telefon – für uns die normalste Sache der Welt – fast überall.

Gehen wir zurück in die 1920/1930er-Jahre nach Paris: eine vibrierende Metropole zwischen zwei Weltkriegen, in der neben Dada, Surrealismus und Psychoanalyse ein neues technisches Gerät Einzug in die Alltagskultur der Kommunikation hält: das Telefon. In einer Zeit, als man noch an die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht gewöhnt war, begannen Menschen, allein in einen Metalltrichter zu sprechen. Eigentlich war damals eine Person, die laut und allein vor sich hinsprach, ein Mensch von Sinnen, verrückt oder zumindest suspekt.

In dieser Epoche der massiven Technologisierung, begleitet von radikalen politischen, sozialen und künstlerischen Umwälzungen, schrieb Jean Cocteau das Solo-Theaterstück La Voix humaine, das 1958 von Francis Poulenc als Mono-Oper adaptiert wurde.

Ein technisches Gerät, das Telefon, wurde zum Mitspieler, zum zweiten Akteur des Stückes. Was hören wir? Die Realität von Stimmen, den Nachklang von Worten, die Bedeutung des Gesagten, das, was wir hören wollen, das Ungesagte?

Musikalische Pausen, als Verweis auf mögliche technische Störungen oder zwischenmenschliche Stille befragen die An- oder Abwesenheit des Anderen in der Ferne am anderen Ende der Leitung. Cocteau spielt literarisch mit der realen, technischen oder mentalen An- und Abwesenheit und Poulenc rückt mit diesem Werk auch musikalisch die Ambivalenz von menschlicher Kommunikation exemplarisch in den Fokus. Darüber hinaus wird mit dieser Oper zum ersten Mal die Entkoppelung der menschlichen Stimme vom Körper und dem direkten räumlichen Bezugsystem in der Opernliteratur thematisiert.

Im Laufe des Monologs beginnt die Frau das Telefon als „schreckliche Waffe“ zu betrachten, gleichzeitig fleht sie das Objekt an und gibt ihm die Schuld für die Vergeblichkeit ihrer Bemühungen. Ein Telefon wird subjektiviert und eine echolose Stimme verzweifelt an der Abwesenheit, denn die andere Seite schweigt, der Apparat bleibt stumm. Hallo, bist du da? Die Antwort bleibt aus.

Beim Opernhappening in der Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten greift ein Team internationaler Künstler:innen aus Oper, Kunst und Musik Cocteaus und Poulencs Themen auf, die um die Ungewissheit von Kommunikation zwischen Realität, Wahrheit, Fiktion und Fantasie kreisen. Sie zelebrieren in der rein analogen Darbietung die Ambivalenzen und die Absurditäten von Kommunikation zwischen Stimme, Körper, Bewegung und einer Installation aus verlassenen Gegenständen. Eine Sängerin, ein Pianist, ein Performer, ein bildender Künstler und Besucher:innen sind versammelt in einem Raum und bewegen sich frei, es gibt keine dominante Perspektive. Je nachdem, wo und wann sie etwas tun, was sie sehen und hören, werden sie zu Sendern und Empfängern im Zusammenspiel von Klang, Bewegung, Sprache und Raum.

Die Inszenierung greift Strategien von Dada und Surrealismus auf, koppelt scheinbar widersprüchliche Emotionen, Erinnerungen, Fantasien; spielt mit der Kombination aus fester musikalischer Struktur und der Unberechenbarkeit von performativer Aktion zwischen Akteur:innen und Besucher:innen. Die Ambivalenz des Kommunizierens, des Verstehens und des Missverstandenwerdens sowie die Einsamkeit der echolosen Stimme sind zentrale Themen des Happenings.

Mit freundlicher Unterstützung des Bundesprogramms „Neustart Kultur“ der Stiftung Kunstfonds sowie der Spartenoffenen Förderung und der bezirklichen Förderfonds der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, des Klaviersalons Berlin und der Musikschule Fanny Hensel.