Künstler*innen: Catherine Lorent

Eröffnung:

Do 9. Juni, 19 Uhr

Begrüßung und Einführung:

Begrüßung und Einführung:
Veronika Witte

Catherine Lorent, bildende Künstlerin, Musikerin und promovierte Kunsthistorikerin, erschafft komplexe Gesamtkunstwerke aus Gesang, Malerei, Zeichnung, Skulptur, Performance, U- und E-Musik in theatralischen Settings – hybriden Installationen, die mit barocken Referenzen spielen und die Trennung der Kunstgattungen untergraben.

Klein- und großformatige Zeichnungen seltsamer Mischwesen und eigentümlicher Wappen werden zusammen mit E-Gitarren an Wänden oder über einem Konzertflügel an Decken installiert. Elektromagnetische Interfaces an den Saiten der Gitarren reagieren auf die Anwesenheit der Besucher:innen und übersetzen sie in Klänge. Diese Kombination aus Objekten, Soundkompositionen und ornamentalen Figuren ergibt eine komplexe audiovisuelle Schichtung, die zu einer überbordenden Echtzeit-Polyphonie oder einem sinnlichen Gesamtkunstwerk fusionieren. Lorent hinterfragt mit anarchistischer Geste, ästhetischer Wucht und konzeptioneller Klarheit sowie stringenter Vielstimmigkeit das Denken eines dichotomen Entweder-oder. Ihre unorthodoxe Arbeitsweise bezieht sich unter anderem auf das Konzept des Erhabenen, das zeitweise als pathetisch aus der Kunst verbannt wurde, und fordert mit diesem Ansatz einen Freiraum des Ausdrucks jenseits der Regeln. Relegation bezeichnet nicht nur die Verbannung, den Ausschluss, sondern auch den Weg selbstgewählter Freiheit von autoritären Strukturen.

Die Räume der Galerie bieten eine Bühne für Lorents waghalsige Experimente über das Verschmelzen von Kunst und Musik, Hoch- und Populär-Kultur, Symmetrie und Entropie. Bunt, laut röchelnd und leise wispernd, wild und sensibel setzt sie sich über ästhetische und gesellschaftliche binäre Zuordnungen hinweg und nutzt eine quasi-barocke Strategie, in der sich eine Kritik an Macht- und Herrschaftsstrukturen unter der oberflächlich absurden Opulenz der Erscheinung verbergen kann.

Kuratiert von Veronika Witte

Mit freundlicher Unterstützung des Bundesprogramms „Neustart Kultur“ der Stiftung Kunstfonds sowie der Spartenoffenen Förderung und der bezirklichen Förderfonds der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und des Klaviersalons Berlin.